Imkerei Bienenwiese Priester
Wildbienen & Naturprodukte
 

  • Unsere beiden großen Nisthilfen
  • Breite 1,50m, Höhe 1,50 ohne Ständerwerk
  • mit ca. 4500 Brutröhren pro Anlage
  •  Das Kopfholz in den beiden Nisthilfen dient(e) vor allem als Füllmaterial. In diesen Bauten sind rund 2000 Bambusröhren verbaut.



Es gibt keine unnützen Erfahrungen, nur ungenutzte.


Es gibt immer mehr Menschen die sich für die Natur und den Umweltschutz begeistern und so wächst auch stetig die Zahl derer die aktiv etwas tun möchten. So ist es nicht verwunderlich , dass auch viele Insektenfreunde auf den Gedanken kommen sich ein Völkchen Bienen zu halten, einfach nur um etwas Gutes zu tun. Sie möchten keinen Honig ernten und das Bienenvolk sich selbst überlassen. Dabei sind der Auswahl des Aufstellplätze keine Grenzen gesetzt.  Gärten, Balkone, Dächer und Dachterrassen, alles ist möglich. In einigen Großstädten hat sich daraus ein regelrechtes Problem entwickelt. Denn trotz aller Zucht und Auswahlverfahren, Honigbienen bleiben Wildtiere die man nicht steuern kann. Der Umgang erfordert Fachwissen und regelmäßige Kontrolle, ohne sind die Honigbienen nicht überlebensfähig. Dagegen ist die Ansiedlung von Mauerbienen in einer Nisthilfe gefahrlos und mit wesentlich weniger Aufwand als die Honigbienenhaltung verbunden. Gleichzeitig stellt sie einen Beitrag zum aktiven Umweltschutz dar.


Im Mai kommen die Bienen in Schwarmstimmung. Wenn es dem Volk zu eng wird zieht die Königin und ein großer Teil des Volkes aus um eine neue Unterkunft zu suchen.Wer jetzt nicht rechtzeitig Vorsorge ergreift, rennt den Bienen hinterher oder sieht sie vielleicht nie wieder. Der Ärger mit den Nachbarn ist vorprogrammiert und wer nicht versichert ist, für den kann es auch noch teuer werden.

Ein Bienenvolk hat sich abgesetzt und hängt vielleicht beim Nachbarn im Baum. Viel Spaß beim Einfangen!



Wer etwas Nützliches für Natur und Umwelt tun möchte, der sollte sich für ein Insekten- oder Wildbienenhotel entscheiden. Wobei die Bezeichnung "Hotel" doch eher fehl am Platz ist. Deshalb bevorzugen wir den Begriff "Nisthilfen". Egal ob im Garten hinterm Haus oder im Kleingarten, für eine Nisthilfe findet sich immer ein Plätzchen. Sie sind eine nützliche Sache auch wenn man damit nur einen kleinen Teil der Insekten und Wildbienen erreicht. Es sind vor allem die Arten, welche in Hohlräumen ihre Nester bauen, allen voran die Mauerbienen. Obwohl die Bienen in unseren Gärten immer noch die besten Voraussetzungen finden , lohnt sich die Anschaffung einer Nisthilfe. Die beiden Arten Gehörnte Mauerbiene und Rote Mauerbiene fliegen in einer Zeit wo in den Gärten und Obstwiesen die Bäume und Sträucher in voller Blüte stehen. Viele andere Bienenarten sind zu diesem frühen Zeitpunkt noch gar nicht aktiv.  Gärtner und Obstbauern wissen um die Bedeutung einer guten Bestäubung ihrer Bäume und Sträucher und der daraus resultierenden Ernte.

Viele Wildbienen leben solitär. Sie bilden keine Staaten und haben keinen Honigvorrat zu verteidigen. Darum haben sie auch keinen Grund uns zu stechen. Die friedvolle Art der Mauerbienen macht sie daher auch als Beobachtungsobjekte interessant. Wer die Natur beobachtet um sie zu verstehen, der lernt sie auch zu schätzen. Mit den verschiedenen Möglichkeiten von Nisthilfen kann man vom Frühjahr bis Herbst die Bienen aus nächster Nähe bei ihren Treiben beobachten und Kindern und Jugendlichen die Natur ein Stück näher bringen.


Nisthilfen


Sogenannte Insektenhotels bieten vor allem Verstecke für verschiedene Nützlinge. Das Treiben dieser Tiere läuft meistens im Verborgenen oder nachts ab. Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer sind wichtige Nützlinge für den Garten, denn sie ernähren sich von Milben und Blattläusen. Richtig zu sehen gibt es hier aber selten was. Über den Sinn und Nutzen derartiger Verstecke wird viel diskutiert. Inzwischen gibt es in fast jeden Bau- oder Gartenmarkt Insektenhotels zu kaufen. Die Qualität und die Verarbeitung und damit die Nutzbarkeit dieser Objekte ist dabei sehr fraglich. Durch den Bau von Nisthilfen für Wildbienen wird das Angebot an Nistmöglichkeiten gefördert. Unterstützt werden damit aber nicht nur Wildbienen, auch verschiedene Wespenarten, Käfer und Fliegen ziehen ihren Nutzen daraus.


Die Gehörnte Mauerbiene beginnt schon im zeitigen Frühjahr, ab ca. Ende März, mit ihrer Arbeit. Danach folgt ab Mitte April die Rote Mauerbiene. Die Beiden sind die wichtigsten Bestäuber für unsere Obstbäume und Beerensträucher. Später können folgen die Stahlblaue Mauerbiene, Schöterich Mauerbiene, verschiedene Blattschneidebienen-Arten, Grab- und Faltenwespen und einige andere Arten. Das Ganze ist immer abhängig von der Ausstattung der Nisthilfen, dem ausgebrachten Nistmaterial und dem natürlichen Vorkommen dieser Insekten. Gute Insektenhotels und Nisthilfen gibt es im Internet. Allerdings weichen die Preise zum Teil erheblich von Baumarkt-Preisen ab. Dafür ist die Qualität auch deutlich besser.



 

Auch eine Möglichkeit...
Gefunden auf der Landesgartenschau in Frankenberg 2019


Noch ein Insektenhotel der Landesgartenschau Frankenberg


Hummelburgen


Eine besondere Art der Nisthilfen sind die sogenannten Hummelburgen. Sie bieten Bruträume für die meist  bodennah brütenden Hummeln. Im Unterschied zu anderen Wildbienen bilden Hummeln einen Staat aus. Ähnlich den Honigbienen, bestehen diese einjährigen Völker aus einer Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. 

Im Frühjahr erscheinen die jungen, begatteten Königinnen. Die letzten Monate haben sie in einen geschützten Versteck ihren Winterschlaf gehalten. Ab März kann man sie häufig beobachten, wenn sie entlang von Mauern, Hecken langsam über den Boden fliegen . Sie sind auf Nestsuche. Hummeln bauen ihre Nester teils oberirdisch in Felsspalten, Baumhöhlen und leeren Vogelhäusern aber auch zum Teil unterirdisch in Mäuse- oder Maulwurfnester.

Die Königin beginnt zunächst allein mit dem Nestbau und der Aufzucht der Nachkommen. Im Laufe der Zeit ensteht ein kleines Hummelvolk. Im Spätsommer und Herbst werden neue Königinnen und Drohnen geboren. Nach dem Hochzeitsflug gehen die jungen Königinnen wieder auf die Suche nach einem geeigneten Winterquartier, nur sie überwintern. Der Rest des Hummelvolkes stirbt im Herbst.







Im Internet gibt es einige Seiten die sich speziell mit dem Thema Hummel beschäftigen. Dazu gehörte auch die Seite von Hummelfreund.com Jürgen Börner der leider im Dezember 2018 verstorben ist. Von ihm gibt es verschiedenen Bauanleitungen für Hummelburgen. Es war der Wunsch von Jürgen Börner, dass diese Anleitungen ausschließlich für den privaten Nachbau benutzt werden. Wir klären derzeitig die Eigentumsrechte an diesen Bauanleitungen um diese hier einstellen zu dürfen.


Nisthilfen selber bauen


Besser fährt, wer selber baut. Vom Spaßfaktor für die Familie mal ganz abgesehen. 

Die Größe der Nisthilfe spielt dabei eine völlig untergeordnete Rolle, wichtig ist vor allem eine gute Verarbeitung der Mistmaterialien. Wem die Ideen fehlen, der kann auch im WEB schauen. Ein paar Vorschläge zu guten Internetseiten gibt es in unserem Quellenverzeichnis  Wenn man selber baut, entscheidet der Geldbeutel was dabei raus kommen soll,  gerade das Nistmaterial summiert sich schnell auf. Es gibt aber auch viel kostenloses Baumaterial. Totholz und Stengel von der Brombeere oder Wildrosen kann man in der Natur sammeln. Bei Wildbienen-Nisthilfen sollte man darauf achten, dass sich die Bienen vermehren und auch in zwei oder drei Jahren noch Brutplätze benötigen. Es ist also gar nicht so schlecht wenn man etwas ungenutzen Raum für spätere Erweiterungen hat. Rom ist schließlich auch nicht an einem Tag erbaut wurden. In welcher Form man baut, ist eigentlich jedem selbst überlassen. Wichtig ist eine solide Befestigung und eine sonnige Lage. Gerade die Mauerbienen haben im zeitigen Frühjahr mit kalten Nächten und niedrigen Tagestemperaturen zu kämpfen und suchen gerne sonnige Plätze zum Wärme tanken auf. Wer seiner Nisthilfe einen Schutzanstrich gegen die Witterung geben möchte sollte auf Beutenschutzfarbe oder-Lasur zurück greifen. Diese Farben gibt's im Imkerfachhandel (oder Internet) und sie sind speziell für die Behandlung von Bienenbeuten entwickelt und frei von Schadstoffen.







Röhrchen aus Bambus sind wegen ihres größeren Innendurchmessers vor allem bei Gehörnten Mauerbienen sehr beliebt


Diese Brutkästen werden bei der Mauerbienenzucht oder beim Einsatz auf Streuobstwiesen und im kommerziellen Obstanbau eingesetzt


Nistmaterial


Die wohl am meisten verwendeten Nistmaterialien sind Schilfrohr und Bambus. Sie sind witterungsbeständig und bringen durch ihren natürlichen Wuchs unterschiedliche Durchmesser hervor. Bambus hat dabei größere Innendurchmesser als Schilfrohr und wird vor allem von Gehörnten Mauerbienen bevorzugt. Schilfrohr mit kleinen Innendurchmesser (2-5mm) sind für die kleineren Blattschneiderbienen, Scherenbienen und Wespenarten geeignet. Mittlere Durchmesser (6-8mm) eignen sich für Rote, Stahlblaue und Schöterich Mauerbiene. Diese Brutröhren müssen zur Besiedlung horizontal liegen. 

Sehr häufig kommen auch MDF-Platten  (mitteldichte Faserplatte aus der Möbelindustrie)) oder Platten aus verschiedenen Holzarten mit gebohrten oder gefrästen Löcher zum Einsatz. Dabei handelt es sich um lose Platten die mit einem Bindegurt oder Gewindestangen zu einen Block verbunden werden. Die Größe der Bohrungen kann dabei individuell gestaltet werden. MDF-Platten haben den Nachteil, dass sie Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen und dabei quellen können. Sie sollten also nicht direkt im Freien stehen. Diese Platten werden hauptsächlich im gewerblichen Anbau eingesetzt. Ihr einfacher Aufbau hat bei der Parasitenkontrolle große Vorteile.

Ein weiterer Bestandteil vieler Nisthilfen sind Brutröhrchen aus Hartpapier oder Pappe. Diese Röhren gibt es mit verschiedenen Innen-Durchmessern. Allerdings sind diese Pappröhrchen von beiden Seiten offen und es empfiehlt sich eine der Öffnungen zu verschließen, zum Beispiel mit Lehm, Gips, Wachs oder Holzkitt. 

Schilf und Bambus besitzen in unterschiedlichen Abständen einen Wachstumsknoten der einen natürlichen Verschluss bildet. Bedingt durch den Zuschnitt können auch bei Schilf und Bambus Röhrchen enstehen, die durchgängig offen sind. Diese sollten ebenfalls verschlossen werden. 


Brutplatte mit Kokons der Roten Mauerbiene. In der 3. und 4. Reihe von links hat eine Schöterich-Mauerbienen ihr Nest gebaut


Die MDF-Brutplatten sind in diesem Jahr gut besucht. Fast alle Eingänge sind verschlossen aber wie sieht es dahinter aus?


 

Die kleinen Maden in der Mitte sind Larven der Taufliege, ein typischer Parasit in den Gelegen von Mauerbienen
Abgestorbene Bienenmaden ( obere Reihe)


Blockholz wird ebenfalls gern verwendet. Geeignet sind gut abgelagerte Harthölzer wie Eiche, Buche, Esche oder Obsthölzer wie Pflaume und Apfel. Dazu werden in das Holz Löcher mit verschiedenen Durchmessern und unterschiedlichen Tiefen gebohrt. Je härter das Holz umso besser die Bearbeitung. Ausgefranste Bohrungen können die Flügel der Insekten beschädigen und führen zwangsläufig zum Tod der Tiere.  Die Bohrungen müssen im 90°Winkel zur Wachstumsrichtung eingebracht werden. 

Sogenanntes Kopfholz oder Baumscheiben mit Bohrlöchern in Wachstumsrichtung sind ungeeignet. Durch Austrocknung können Trockenrisse im Material enstehen. Durch diese Risse kann Feuchtigkeit, Pilze und Parasiten eindringen. Diese Brutgänge werden selten angenommen.

Kopfholz mit typischen Trockenrissen. Die Stahlblaue Mauerbiene ist scheinbar nicht begeistert


 





Oft unterschätzt ist der Einsatz von Altholz oder Totholz. Es eignet sich für verschiedene Bienenarten, wie die Holzbienen, Blattschneiderbienen oder Pelzbienen. 


Holzbienen sind sehr imposant und werden bis 3 cm groß. Sie benötigen abgestorbenes Holz in sonniger Lage um ihre Jungen groß zu ziehen und um darin zu überwintern. Dazu nagen sie Gänge von ca. 1 cm in das Holz ( Foto rechts: Schwarzblaue Holzbiene)


Markhaltige Stengel von Heckenrosen, Brombeere, Disteln oder Beifuss bewohnen verschiedene Arten der Keulhorn-, Masken- und Stängel-Mauerbienen. Die Bienen nagen an den Bruchstellen der Stängel Gänge in das Mark. Nur wenige Ausnahmen sind in der Lage von außen ein Loch in den verholzten Stängel zu nagen.

Die Stängel müssen einzeln vertikal oder leicht geneigt an einer Wand oder der Nisthilfe befestigt werden. Liegende Stängel werden von den Bienen gemieden. Das Material kann man im Herbst in der Natur sammeln. Aber Vorsicht, Brombeere und Wildrosen haben Dornen, also besser Handschuhe mitnehmen.



Eine Schwarzblaue Holzbiene auf einer Hibiskusblüte




Stroh verwendet man in Insekten-Nisthilfen für Florfliegen und Marienkäfer. Dabei wird das Stroh lose hinter einem Absperrgitter gelagert. Auch die sogenannten Florfliegenkästen kommen damit zum Einsatz. Marienkäfer und Florfliegen bekämpfen hauptsächlich Blattläuse und Milben im Garten. 




 Zapfen von Fichte oder Kiefer werden als Tag-Verstecke für Nachtfalter angepriesen. Sie werden aber eigentlich nur von Ohrwürmern als Verstecke genutzt. Rindenmulch und der Strohballen unterm Blumentopf ( Ohrwurmbungalow) sind ebenfalls Verstecke für Ohrwürmer.






Oben: Bambus lässt sich gut verarbeiten und ist lange haltbar. Nach dem Sägen sollte man die Röhren mit einer kleinen Flaschenbürste reinigen um das Mark zu entfernen.



Überwinterungsquartier für Schmetterlinge





Sogenannte Winterquartiere für Schmetterlinge !!! 


Es gibt ca. 180 Arten von Tagfaltern in Deutschland. Davon überwintern gerade mal 6 Arten als Schmetterling, der Rest geht auf Reisen in wärmere Gefilde oder überwintert als Ei, Raupe oder Puppe. C-Falter, Zitronenfalter, Tagpfauenauge, der große und kleine Fuchs und der Trauermantel sind die einzigen Falter die auch als Falter überwintern. Zitronenfalter überwintern auf der Unterseite von Blättern immergrüner Pflanzen (Efeu, Kirschlorbeer, Rhododendron). Die anderen nutzen Verstecke in der Vegetation, Höhlen, Dachböden, Schuppen, Keller und Rohre in der Kanalisation.

Überwinterungsquartiere für Schmetterlinge sind Platzverschwendung. Das Problem sind nicht fehlende Winterquartiere sondern die fehlenden Habitate für die Raupen der Schmetterlinge.

 

Leider kann man mit Nisthilfen nur einem kleinen Teil der Wildbienen helfen. Nisthilfen alleine reichen aber nicht aus. Wichtig ist vor allem das Nahrungsangebot durch eine Verbesserung der Pflanzenvielfalt zu bereichern. Viele Wildbienen können gar nicht im Umfeld des Menschen leben. Sie haben spezielle Ansprüche an ihre Lebensräume. Deshalb ist es umso wichtiger diese Lebensräume zu erhalten und zu schützen.